Es wurde Orust. Und es hat sehr gefallen. Schären sind lustig, v.a. wenn sie so abwechslungsreich sind wie dort. Klein und zerstreut, lang und hoch, kahl und bewachsen, mit einem Häuschen, einsam oder mit Schafen – man findet immer einen passenden Platz für die Pause oder den Abend. Jede Nacht auf einer anderen eigenen Insel, jeden Abend ein kleines Lagerfeuer, jede Nacht ein farbenfroher Sonnenuntergang. Und paddeln: je nach Windrichtung auf der anderen Seite der Inseln fahren, lieber mal kreuzen und im Zweifel in einer Bucht den Wind abwarten. Zweimal musste ich den Tag früher beenden weil dicke schwarze Gewitterwolken drohten und sich ausführlich ergossen. Danach war es immer wieder schön und am Morgen alles wieder glatt.

Da ich keine richtige Seekajakerin bin durfte ich dieses Revier zum Glück auch befahren. Denn laut Udo Beier ist das nix für echte Küstenkanuwanderer. Also keine Angst, wenn das Wetter passt kann man hier auch mit seeuntauglichem Faltboot und wenig Erfahrung wunderbare Tage erleben.

Ich startete in Svaneviken, konnte an der dortigen Marina das Auto stehen lassen. Mit dem Uhrzeigersinn umrundete ich die Insel. Das schien zunächst die beste Wahl bezüglich der Windrichtung zu sein. Aber der Wind drehte mehrmals am Tag und so war es irgendwann egal. Sonderlich stark war er eh nicht.

Besonders gut gefallen haben mir die kleinen Inselchen zwischen Orust und Tjörn sowie die westlichsten Inseln bis Måseskär.

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Mollösund, Gullholmen, Grundsund und Lysekil sind sehenswert. Es war verführerisch, in die einzelnen Blind-End-Verzweigungen zu fahren und noch den ein oder anderen Umweg um weitere Inseln zu machen.

Der Ulvesund zog sich dann ein bisschen. Es ist weniger zu sehen, das Wetter erforderte konsequentes Windschattenfahren und das Vermeiden größerer offener Flächen.

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Der letzte Pausenplatz auf blumenbunter Insel mit Rundumsicht zwischen Askerön, Stenungsund und Myggenäs.

Hier geht es zu den Bilder von Orust: flickr

Einen abschließenden gemütlichen Abend auf einem Felsen verhinderte leider eine weitere große Gewitterfront. Ich paddelte also am letzten Abend doch direkt zum Auto, konnte alle Ausrüstung und mich duschen und packte alles für die Weiterfahrt.

Orust war die letzte Station des Sabbatjahres. Schön, dass es noch so eine erlebnisreiche und doch entspannende mehrtägige Tour gab. Von hier düste ich nun direkt an die schwedische Südküste, hüpfte am nächsten Tag auf die Fähre und lag einen weiteren Tag später schon im Blumengarten. Gutes Essen, verwöhnt werden, sonniges Wetter und sich um nichts kümmern: das war der Plan für die letzten Tage unterwegs.

 

 

 

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