Der Morgen begann trocken und dann kam sogar die Sonne raus. Eiskalt und klar lag der See vor mir. 


Die Fähre nahm mich zu norwegischem Preis mit ans Ende der Welt des Sees. Dort entließ sie fünf Menschen und ein Kajak. Die vier Wanderer verschwanden gleich auf dem Pfad hinauf in die Berge. Hier kann man sich einsam fühlen. Die nächste Fähre hierher würde in 8 Stunden kommen …


Die Einsetzstelle war toll, es ging mit trockenen Füßen ins Boot. Und ich genoss erstmal die Stille. Auf den zwanzig Kilometern fühlte ich mich komplett allein. Zweimal blitzte eine bunte Wanderjacke durch das Gebüsch. Das war es auch schon. Ein Boot sah ich erst wieder an der Anlegestelle am Ziel. Geräusche kamen von den lebhaften Möwen, die ihren  Nachwuchs lautstark beschützten. Die Wasserfälle produzierten dröhnendes Getöse und gelegentlich määähte es vom Berg. 

Von dort oben wurde ich von meinen Schlafnachbarn fotografiert. Bin schon sehr gespannt auf die Suchbilder.

In der einen Richtung Sonne, in der anderen schwarze Wolken. Zehn Minuten später kam der Platzregen, nochmal zehn Minuten später schien wieder die Sonne. Norwegen. Und obendrüber in den Bergen war das ein heftiger Hagelschauer – erzählten meine Parkplatznachbarn später.

Bis ich meine Ausrüstung getrocknet und gepackt hatte waren auch die Wanderer vom Nachbar-Womo da. Wir saßen noch eine ganze Weile bei Kaffee und Schokokuchen zusammen. 

Den Bygdinvatnet hatte ich für mich gestrichen. Der Regen blieb, es war sehr kalt und ich wollte runter ins Inland. Dort waren die Wetteraussichtichten für die nächsten Tage deutlich besser. Irgendwann ist es genug mit Nässe und Kälte im Juli.

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