Von diesem Tag erwartete ich nicht viel. Jede Menge Wasser war angekündigt. Und dann kam es ganz anders – wie so oft in diesem Land. Ich fuhr sehr früh, noch im Regen, hinauf nach Eikesdal. Die beeindruckenden Fjordwände konnte man da schon bewundern. In den grauen Regenschwaden sah alles sehr düster und bedrohlich aus. Schon am Vormittag lichtete sich aber alles und ich machte mich auf, den zweithöchsten Wasserfall Norwegens, den Mardalsfossen, anzuschauen. Das tollste an ihm: man kann bis fast an seinen Fuß mit dem Rad fahren. Der Weg ist gut geebnet, führt aber doch ziemlich steil nach oben. Wasserfälle sind auch im Regen schön.


Als ich zurück am Auto war schimmerte doch tatsächlich schon die Sonne durch und ich kam zu meiner Paddeltour. Ok, es war kalt und ein Schauer erwischte mich doch. Aber landschaftlich ist der Eikesdalvatnet toll.

Hier erlebte ich nun meinen ersten Fallwind. Zuerst konnte ich gar nicht einordnen, warum plötzlich jemand mein Heck festhielt und unter Wasser drückte. Sehr unangenehm und der Bug wird furchtbar instabil. Als ich ahnte, was es war paddelte ich so schnell ich konnte Richtung Ufer. Richtig oder falsch? Keine Ahnung, so war ich wenigstens in der Nähe von Land falls es mich umwerfen sollte. Dadurch kam ich zum Glück aus der Windzone raus und alles war gut. Das war kein starker Wind, ich mag mir gar nicht so eine richtig kräftigen ausmalen.

Am Nachmittag musste ich dann aber Gas geben. Aus dem Westen kam eine dicke schwarze Wand gezogen, die einen heftigen Wind und Wellen produzierte. Zehn Minuten nach meiner Ankunft brach das Unwetter los.

 

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