Nie hätte ich gedacht, dass das für mich möglich wäre. Nach dem schönen ruhigen Tag auf dem Geiranger hatte mir ein Sturmtag das Paddeln im Tafjord unmöglich gemacht.


Nun hatte sich der Wind wieder gelegt und ich war gegen Mittag am Westkap angekommen. Windstille oben am Turm. Zügig stellte ich das Rad in die eine Bucht und fuhr mit Bus und Boot in die andere. Windrichtung und Tide standen günstig. So startete ich das erste Mal überhaupt an einem Strand und wartete einen Moment ohne große Wellen ab. Rein setzen, los paddeln – ich musste schnell die schäumenden Brandungswellen überwinden. Dahinter konnte ich in Ruhe das Verdeck schließen und alles ordnen.

In der Bucht war alles noch gemütlich. Ich musste gegen die Ebbe arbeiten, die ein bisschen einseitig zog, aber alles war gut. Dann kam ich ans Eck und hatte statt landab Gegenwind aus Westen. Gegen das ablaufende Wasser entstanden nun unangenehme hohe kabbelige Wellen. Gar nicht schön aber es fühlte sich nicht unkontrollierbar an. Also weiter. Die Kamera wagte ich nicht, heraus zu holen. Wollte lieber das Paddel ordentlich festhalten falls ich stützen muss.

Ums Kap herum blieb es so kabbelig. Die Tide drehte und ich hatte mehr zu tun, nicht zu nah an die Steilküste zu kommen. Endlich hatte ich die nördliche Bucht erreicht. Schlagartig war das Wasser ruhig und ich genoss die letzten Kilometer. Am Fahrrad angekommen telefonierte ich gleich mit dem Schatz zu Hause, dass er nicht die norwegische Küstenwacht zum Suchen losschicken muss.

Und diese norwegischen Kids waren mal eben in Shorts und Badeanzug mit Luftmatratzen surfen…

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