Auf der Fahrt aus Potsdam raus bis Werder kooperierte ich mit fünf Hausbootfahrern. Ich unterhielt sie mit lustigen Kajakspielchen auf ihren Wellen und sie unterstützten meine Geschwindigkeit ein wenig, indem mein Seil um ihren Pfosten geschlungen war.
Das gemeinsame Grillen zog sich, der Gesprächsstoff ging nicht aus. Und wieder waren es Sachsen…
Ab Werder genoss ich es, allein unterwegs zu sein und immer wieder einsame Altarme befahren zu können.
Eine Reiherkolonie faszinierte mich. Sie siedelten direkt unter einer riesigen Abraumhalde und ließen sich vom Lärm offensichtlich nicht stören. Von meiner Paddelei zum Glück auch nicht.
Auch sonst gab es viele viele junge Familien zu sehen – das Federvieh wird hier so schnell nicht aussterben.
Ein neugieriger Fuchs beobachtete mich misstrauisch als ich nach einem Übernachtungsplatz Ausschau hielt. Ich ließ ihm seine Insel.
Leider benutzen diesen Abschnitt der Havel auch die großen Pötte. Mir begegneten v.a. Kohlefrachter aus Polen und dazu ein paar schnelle Sportboote, die unangenehme Wellen produzierten. Um meine gute Spritzdecke bin ich sehr froh.

Am Abend und in der Nacht erlebte ich das komplette Gegenteil der Zivilisation. An einem grünen Ufer fand ich eine prima Stelle für mein Zelt. Rundherum nur Natur und sogar weit genug weg von der Schifffahrtslinie, sodass ich das Motorenwummern gar nicht hörte. Dafür hörte ich Vögel. Viele. Unheimlich viele. Und Frösche. Auch sehr reichlich. Zu sehen gab es Schwäne im  Seerosenfeld, Nachwuchs betudelnde Blessrallen und selbstbewusst den Hals reckende Gänse.
Hatte ich schon erwähnt, dass es laut war? Bis 24.00 saß ich im Schlafsack draußen und hörte dem Konzert zu. Dann blieb nur noch die Nachtigall übrig. Morgens 5.00 ging es schon weiter. Unglaublich schön!

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Am Morgen muss es dann ein Drama an einem anderen Ufer gegeben haben. Ein Ast (oder ganzer Baum?) krachte ins Wasser. Der aufstobende Vogelschwarm war gewaltig.

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