Seit ein paar Tagen sind wir nun an der letzten Station meiner Reise. Bangkok, die furchtbar große Großstadt.

Der vollständige Name lautet กรุงเทพมหานคร อมรรัตนโกสินทร์ มหินทรายุธยามหาดิลก ภพนพรัตน์ราชธานีบุรีรมย์ อุดมราชนิเวศน์ มหาสถานอมรพิมาน อวตารสถิต สักกะทัตติยะ วิษณุกรรมประสิทธิ์.

„Stadt der Devas, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras [Smaragd-Buddha], uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishvakarman gebaut wurde.“

Mir gefällt es hier sehr. Wir wohnen zentral, aber weit genug weg von der Kao San Road. Um die Ecke liegt das Demokratie-Denkmal, um das fünf Spuren in jede Richtung kreiseln. Furchtbar viel Verkehr ist aber nie.
Um unser Hotel herum ist Thailand, nicht Touri-Land. Gassen mit Straßenständen, kleine Märkte, Handwerker, Buddha-Gießereien, Roller- und Autowerkstätten, Müllhaufen, Hunden, Katzen, Tuktuks… Und viele nette entspannte Menschen. Wir bekommen Essen angeboten und erklärt, werden nach unseren neugierigen Blicken in Werkstätten gewunken und zum Fotografieren ermuntert, und natürlich winken uns die Tuktukfahrer.
Erstaunlich viele alte Menschen sprechen englisch, aber niemand ist aufdringlich. Mit einem Lächeln und Humor werden wir verabschiedet.

Bangkok ist ehrlich und entspannt. Die Köchinnen, Verkäuferinnen und Juice-Mixerinnen sprechen uns nur kurz an, Tuktuk- und Taxifahrer machen sich lautstark bemerkbar, erkennen aber sehr genau, ob Erfolgsaussichten bestehen. Rund um den Grand Palace ist alles ein bisschen aufdringlicher. Während unserer Reise war das aber häufig viel anstrengender wenn Verkäufer nicht ablassen wollten oder sehr unfreundlich wurden.

Ja, klar trafen wir auch den Lehrer, der uns ein bestimmtes Wat empfahl, in dem nur an diesem Tag ein Festival stattfindet. Keiner weiß davon, wir könnten das ganz allein genießen und klar ruft er uns ein Tuktuk …
Und es warnte uns ein Touristenpolizist mit glänzender Marke! vor Handtaschendiebstahl.  Bei einer Bootsfahrt wären wir doch viel sicherer und er brächte uns jetzt zu einem Boot …

Bangkok ist für uns lustig, heiß, offenherzig und gar nicht stressig. Wir finden am Nachmittag immer einen Park zum Ausruhen und nehmen uns dorthin einen Eiskaffee mit. Abends kommen die Sportler und wir schauen beim Fußball, Federball, Tischtennis und Joggen zu. Auf den Plätzen folgen bei lauter Musik große Gruppen einem Vorturner beim Aerobic, an Fitnessgeräten werden Muskeln gestählt und Gelenke beweglich gemacht. Am Straßenrand werden abends die Kochwägelchen aufgebaut und die Grills angeworfen. Die Gerichte sind einfach, und immer mit Fleisch. Es gibt Reis mit Chicken, Duck oder Porc und ein bisschen Gemüse und Ei. Oder Tütensuppen: aus zehn Töpfchen jeweils ein Löffelchen, Brühe drüber, Gummi drum – fertig. Ich mag die panierten und frittierten Hühnerspieße und einen „Fliedlice“ dazu. Ein großer Teil der Bevölkerung stammt aus China, da wird das R zum L.

Bisher sind wir durch die Innenstadt gestreift, haben uns den Palast, den Golden Mount und einige Wats angeschaut. Wir waren auf der Kao San, der Rambuttri Road, am Fluss Chao Praya. Vor allem aber sind wir durch Wohngebiete gestreift, sind an Klongs entlang gelaufen und durch Handwerkerstraßen gebummelt.
Heute ist ein Ruhetag. Wir haben uns nach dem Frühstück nochmal ins Bett gelegt und genießen die Kühle der Klimaanlage. Meine Knie und Hüften brauchen einen lauffreien Tag, das Ziel des Tages wird also später der Kaffeestand und abends der Hühnchengrill sein.

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