Wir überlegten eine ganze Weile, welche der vielen Höhlen hier für uns spannend, aber auch gut erreichbar und besuchbar ist. Einen Guide muss man für die interessanten Höhlen immer nehmen. Die Einheimischen mögen es, Geld zu verdienen und manche Höhlen sind allein gar nicht machbar oder gefährlich.

Wir entschieden uns für die Mae Lana, eine Höhle, durch die ein Fluss fließt und in der eine längere Tour möglich ist. Zudem kann man mit dem Roller bis zum Eingang fahren und muss nicht weit trecken.

Eine Schranke zeigte uns, wo die Guides warten. Wir zahlten, zogen uns höhlentauglich an und rollerten bis zum Eingang. Sofort wurde es spannend. Über Bambusbrückchen balancierten wir hinein, die ersten Stalaktiten begrüßten uns und der Fluss rauschte unter unseren Füßen. Nicht weit entfernt machte uns der Guide auf eine quietschgrüne Schlange aufmerksam, die an der Seite lag. Sie schaute uns an und züngelte, bewegte sich ansonsten aber nicht. Nach vier Stunden war sie immer noch am gleichen Platz. Es war aber tatsächlich keine Gummischlange 🙂

 

DSCN3482

Mit einiger Kletterei bewegten wir uns fort, immer wieder querten wir den Fluss. Zum Teil standen wir bis zur Hüfte im Wasser. Das war ok, besonders kalt war es nicht und das Adrenalin schützte uns gut. Von einem Dom in den nächsten kletterten wir, entdeckten immer neue Formationen in viele Farben und Größen. Fledermäuse, Frösche, Kakerlaken in rot und schwarz, Molche, viele Spinnen, auch an Stellen, an denen ich mich gerade festhalten wollte wohnten hier. Brrrr!

Die Stalaktiten und Swollte,iten waren irre beeindruckend und vielfältig. Bis zur riesigen Decke hoch, gefaltet, pickelig, weiß strahlend, braun wie Rost, wasserfallartig oder wie ein Sandfall konnten wir sie bestaunen. Der Boden bestand meist aus Flussbett-Steinchen, auch mal aus knietiefem Schlamm oder alten Tropfsteinen. Oft mussten wir zwischen Felsblöcken herum klettern, uns durchquetschen oder Sandfälle heraufklettern oder herunterrutschen. Das war schon ein kleines Abenteur. Unser Guide Lam trug einen beeindruckenden Dolch und eine bunte Tasche. Er achtete sehr gut darauf, dass wir uns nicht verlaufen, half mir mehrmals über wackelige Stellen und zeigte uns besondere Felsformen. Englisch sprach er kaum, aber wir konnten prima kommunizieren.

Nach 90 Minuten kamen wir an einen Sinter-Wasserfall, der etwa 5 Meter hinunterstürzte. Daneben hatten sich mehrere Sinter-Terrassen gebildet. Über diese kletterten wir hinunter ins Wasser und in den folgenden Felsspalt hinein. Dort wurde es so eng, dass man schwimmen, dann tauchen muss. Wir kehrten um und bekamen vom Guide ganz überraschend ein Picknick gereicht: Reis, Gemüse und Chicken. Das kam mir sehr recht. Wandern im Wasser raubt Energie.

Nachdem wir eine Weile ausgeruht hatten machten wir uns auf den Rückweg. Ab und zu stoppten wir, um nochmal die Anblicke zu genießen. Die runtergerutschten Blöcke kletterten wir mit Hilfe von Stöcken und massiver gegenseitiger Hilfe wieder rauf. Nur der Guide konnte das alles allein.

Nach tatsächlich vier Stunden kamen wir wieder an der Schlange und überwanden ein letztes Mal den verblockten Eingangsbereich. In dieser Höhle war ich sehr sehr froh, einen kundigen Guide zu haben. Den Weg hätten wir nie gefunden. Und die Schlange hätten wir gar nicht gesehen.

Auf der Rückfahrt bummelten wir noch durch einige Bergdörfer, Kinder winkten und Hunde guckten entspannt herum. Der Sonnenuntergang zauberte schöne Farben in den Bergwald, Wolkenbilder lenkten die Strahlen. An einer Straßenbaustelle hielten und staunten wir und tauschten fröhliches Lachen mit den Frauen und Männern, die dort arbeiteten.

Es war ein wunderbarer Tag, den wir mit einem Radler und scharfem Thaifood in der Lodge beschlossen.

Link zu flickr

Advertisements