Unser erster Gedanke war, an diesem Tag bis Sariang zu fahren. ein Blick auf die Karte zeigt aber einige Höhlen an der Strecke. So reduzierten wir unser Tagesziel auf unter 100 km und fuhren zur Kaew U Sa nicht weit hinter Mae Sot. Nicht weit entfernt schauten wir uns die heißen Quelle und den Wasserfall Ka Sa an.

 

Dann fanden wir den Parkplatz der Höhle. Diese Höhle ist ein Traum, wenn man tiefe, leere, wunderschöne Höhlen mag. Ausgerüstet mit unseren Lampen und leider zu wenig Trinkwasser stiegen wir zum großen Eingang hinauf.

Schon hier empfingen uns beeindruckende Stalaktiten und ein hoher Dom. Kletternd stiegen wir hinein und hinunter. Sofort versanken wir in der Dunkelheit und arbeiteten uns Stiege für Stiege und einige Leitern hinunter. Von einem Dom in den nächsten kamen wir und bewunderten überall riesige Tropfsteinformationen, weiße glitzernde Stalaktiten und klingende breite Falten. Wir trafen auf einen Gebetsplatz im größten Dom mit Buddha, Opfertisch und Schmuck.

Unseren Weg fanden wir anhand gelegentlicher Schilder auf Thai und eines Stromkabels, das einige Lampen verband. Strom gab es nicht, aber das Kabel half uns sehr. Die Dome waren riesig und manchmal ging es in der niedrigsten Ecke weiter oder einen steilen Abstieg hinunter. Je tiefer wir kamen um so feuchter wurde die Luft, auf den Bildern sieht man manchmal die Wassertropfen im Blitz. Dann krochen wir durch Spalten und es wurde wieder trockener.

In manchen Domen hingen Fledermäuse an der Decke oder jagten die Insekten vor unseren Lampen. Überall saßen kleine und große Spinnen, die man besser beim Festhalten am Felsen nicht trifft und es gab viele kleine Höhlenschrecken. Sehr unangenehm fand ich aber den Kot der Fledermäuse am Boden, in dem sich Unmengen von Tausendfüßlern kringelten. Der ganze Boden der Dome war bedeckt, wir mussten immer wieder drüber und manchmal war dieser Boden weich und tief. Eklig, Fledermäuse mag ich sonst nämlich.

Nach sicherlich einem Kilometer endete der Weg an einem See. Wir machten eine Pause, waren aber schon ziemlich erschöpft von den großen Höhenunterschieden und der nötigen Konzentration, um nicht auszurutschen. Nun mussten wir alles wieder zurück, so langsam wollte ich auch gerne wieder raus und sicher sein, den Weg zu finden.

An einigen besonders schönen Stellen hielten wir noch einmal an und genossen die wunderschönen Formationen. Ab und zu schalteten wir die Lampen aus und erlebten absolute Stille und Dunkelheit. War ich froh, nicht allein hier drin zu sein!

Den Rückweg fanden wir doch leicht und stiegen Leiter für Leiter wieder in die kühlere Luft nach oben. Beim ersten Lichtschein war ich so erleichtert! Noch ein paar Stufen, noch ein paar Felsen hinaufklettern – und plötzlich schaute ich in die Augen einer Schlange. Direkt auf meiner Kopfhöhe lag sie neben der Leiter und schlängelte auf einem Absatz entlang: vielleicht 1,5 m lang, silbrig-dunkel gezeichnet. Ich erschrak furchtbar und traute mich nicht vorbei, machte aber schnell ein Foto. Sie drehte sich aber weg und bewegte sich auf dem Absatz weiter. Ohne hin zu schauen stieg ich schnell vorbei. Dann sieht sie mich ja auch nicht, stimmts?

Im Sonnenlicht genossen wir dann nochmal den Blick auf den schönen Höhleneingang und stiegen mit wackeligen Knien den langen Weg zu den Mopeds hinunter.

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Der Rest ist schnell erzählt. Auf guter und oft kurviger Straße rollerten wir bei wenig Verkehr und häufigen Polzei-Checkpoints bis kurz vor Mae Salid. Entlang der Straße lagen die Dörfer der Flüchtlinge aus Burma, die hier schon lange ein neues zu Hause gefunden haben. Bekleidung und Gesichtsformen versetzten mich wieder in meine Reisezeit in Burma, nun winkten auch immer wieder Frauen und Kinder.

Vor Salid hielten wir mehr zufällig an einem Resort, um uns beraten. Dort fanden wir es nett, wurden gleich freundlich zum Bleiben überredet, sodass wir abluden und ein schnuckeliges kleines Häuschen im Wasser bezogen. Der langhaarige supersympathische Chef erzählte uns davon, wie er das Resort aufgebaut hat und wie er hier lebt. Er fährt einen größeren Roller und will bald damit eine Tour nach Ostthailand fahren. Schließlich ist er nun 60 Jahre alt und kann sich dafür Zeit nehmen.

Das Essen im Restaurant nebenan war sehr lecker, wir schliefen bald ein.

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