Normalerweise läuft man im Khao Sok vom Nationalparkzentrum den Waldweg Richtung Westen und kommt nach 3 und mehr Kilometern an verschiedene Wasserfälle. Ich wollte sehen, ob ich nicht eine Rafflesia anschauen kann, die größte Blume der Welt. Es blühte gerade keine, aber die Knospe kann ja auch interessant sein. Einige von diesen findet man momentan am Wanderweg, der von den Wasserfällen bis zur Hauptstraße geht. Vor der Strecke zwischen Rafflesias und Wasserfällen wurde ich gewarnt: schwierig, Kletterei, lang, weglos. Na dann, packte ich also meinen Wanderstock und probierte es. Mit dem Stock immer wieder auf den Boden stampfend, um die Schlangen zu warnen und den Blick auf Spinnennetze über dem Weg richtend lief ich früh los. Eine Stunde dauerte ungefähr der steil bergauf führende Weg zu den Blumen. Dann bergauf, bergab weiter weiter durch den Dschungel. Unterwegs traf ich auf einen Baumdrachen, mehrere Spinnen, Riesenzikaden, Fische im Bach, hörte unglaublich laute Vogelstimmen und bestaunte riesige Bäume, auch wieder Baumwurzelbäume. Schwierig war der Weg bis hierher nie, nur anstrengend und manchmal nicht gut erkennbar.

Irgendwann hörte ich Stimmen vor mir und traf auf eine kleine Gruppe Engländer mit Guide. Perfektes Timing, denn es wurde schwieriger. Wir kletterten an mehreren Felsabfällen hinunter, um den Höhenunterschied der Wasserfälle zu überwinden. Manchmal ging das nur an Seilen, manchmal schräg am Hang entlang, immer wieder mitten durch’s Wasser. Meine Turnschuhe waren schon längst völlig nass. Leichteres Schuhwerk wäre aber nicht ausreichend gewesen.

Verschätzt hatte ich mich mit dem Trinkwasser. Die zwei Liter waren schon fast weg, ich sparte bereits, um Reserven zu haben. Das heiße feuchte Klima ließ mich dermaßen schwitzen, dass ich eigentlich permanent hättte trinken können. Zum Picknick gab es Bananen und Kekse, Hunger hatte ich eh keinen.

Weiter ging es am Bachlauf hin und her, immer wieder hindurch und auch durch tiefere Stellen. Egal, alle waren patschnass und es war eher angenehm, in der Hitze gekühlt zu werden. Zwei weitere Wasserfälle schauten wir uns an und hüpften zum Baden hinein. Aber dann war ich auch wirklich völlig platt.

Nach gefühlten 12 kilometern kamen wir am Rangerhaus an. Ich glaub, es waren bis hierhin 7-8 Kilometer, aber sie waren herausfordernd. Einfach geradeaus ging es nie. Hier machten wir lange Pause und bummelten dann die restliche Strecke bis zum Eingang des Nationalparks hinunter. Der nette Guide brachte mich sogar noch zum Roller, der ja am Einstieg auf der Hauptstraße stand.

Insgesamt: für mich grenzwertig weil zu viele Höhenmeter zu überwinden waren. Nix für kaputte Knie. Aber wunderbar ursprünglich, lange Strecke allein unterwegs, nicht wirklich gefährlich wenn man ein bisschen klettern kann und keine Angst vor strömendem Wasser hat. Nix für Regenzeit und Flipflops.

 

 

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