Diese Berge konnte ich am folgenden Morgen noch richtig genießen. Früh ins Bett hieß früh wieder wach und Gelegenheit, den Sonnenaufgang anzuschauen. Traumhaft färbte sich der Horizont über Thailand rötlich, dann veränderten sich die Kontraste in den Bergrücken, Nebelschwaden stiegen auf und endlich lugte die Sonne exakt zwischen zwei Bergen durch. Das Ganze bei Schwarzem Tee auf der Terrasse des Hotels, unten zwitscherten und kreischten die Vögel im Dschungel, auf der anderen Bergseite wuselten die Gläubigen auf den Wegen und um den Felsen herum. Ein romantischer Ort, der Ziel für unheimlich viele Menschen ist und an dem man trotzdem einen ruhigen Platz für sich findet.

Nach dem Frühstück stürzten wir uns ins Gewühl, fanden den Truck, der uns wieder hinunter brachte und wurde vom Busfahrer freundlich begrüßt

Unsere Begleiter in diesen ersten Tagen sind unser Reisebegleiter Soe, der immer lächelnde Busfahrer und der stille Soe, der uns mit Wasser versorgt, zählt und auf jeden Einzelnen achtet. Ein nettes Team, das die offene Freundlichkeit und Gelassenheit der Burmesen ausstrahlt.

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Auf der Rückfahrt nach Yangon hielten wir noch einmal in Bago, um den Shwedthalyaung-Buddha zu besuchen, auch der Hanthawadi-Palast stand auf dem Programm. Richtig interessant war es aber dann wieder, als wir über den Markt bummeln konnten. Ich probierte verschiedene Früchte – Schlangenhautfrucht ist lecker, sah das erste Mal Tamarinde in Massen und versorgte mich mit Limetten für das Flaschenwasser.
Nächster Stopp war an einer Pomelo-Plantage. Sooo viele dieser leckeren Kugeln gab es hier! Große Bäume trugen jede Menge schwere Pomelos und ich konnte mir eine pflücken. Dann kaufte ich noch zwei dazu und war versorgt für die nächsten Mittagspausen. Für die Gruppe ist wohl vorgesehen, mittags grundsätzlich warm im Restaurant zu essen. Das entspricht so gar nicht meinem Rhythmus, da brauche ich eine Alternative.
Wir hielten noch an einer Kautschukplantage und einem Fischmarkt und absolvierten jeweils den Tourigang: alle raus, zehn min gucken, alle wieder rein, inkl. Feuchttücherausgabe, um die Hände und Füße abzuwischen.
Zurück in Yangon waren wir früh genug, um am späten Nachmittag und frühen Abend den Pool zu nutzen, Happy Hour war auch grad, die Sonne ging hinter der Stadt unter.

An Tag Vier fuhren wir mit einem luxuriösen Reisebus mit Liegesitzen nach Mandalay.

Nun bin ich also das erste Mal mit einer Busreisegruppe unterwegs und schlafe in Mittelklassehotels. Bis auf das erste Hotel in Yangon, das war ein erstklassiges geworden.
Es fühlt sich sehr ungewohnt an, sich nicht um das Gepäck kümmern zu sollen, jemandem hinterher zu laufen, die Welt aus Fensterscheiben zu betrachten und nur an einzelnen Punkten raus in die Wärme zu gehen. Ich fühle mich weit weg von dem Land und fürchte, das wird sich auch nicht ändern.
Myanmar ist so groß, dass das eigenständige Fahren zu viel geworden wäre. Die Alternative wäre also eine Bus-Bahn-Reise. Da ich nach meinem Mopedunfall in Flores noch auf meine gebrochene Rippe achten muss ist das hier vielleicht gar nicht so schlecht.
Am Ende der organisierten Tour werde ich noch eine Woche allein hier bleiben. Das finde ich gerade sehr gut so, um noch ergänzende Erlebnisse zu haben.
Die Gruppe besteht vor Allem aus rüstigen Rentnerpaaren und jüngeren recht individuellen Einzelreisenden. Wirklich alle sind ausgesprochen busreiseerfahren und viele wundern sich, wie ich allein in Indonesien unterwegs sein konnte.

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