Die Mainroad ist ganz klar der Trans-Flores-Highway: eine meist breite gute Asphaltstraße mit gelegentlichen heftigen Baustellen. Ich bin hier im Schnitt 40 km/h gefahren.

Dann gibt es die kleineren regionalen Zubringer zu den Städten im Norden und Süden des Highways. Die sind vor längerer Zeit asphaltiert worden, haben inzwischen Löcher, Kanten, Geröll, Baustellen. Mein Schnitt hier war knapp 30 km/h.

Und dann gibt es die Dorfzubringer: nicht durchgehend asphaltiert, einspurig, kurvig, viel zu gucken, Dorfdurchfahrten mit persönlichen Kontakten, Märkte usw. Ohne Stopps sind hier 20 km/h drin.

Kleiner sind dann nur noch die Rollerverbindungen zwischen den Dörfern oder Wege zu Wasserfällen oder Bergen. Da passen nur noch Roller durch und man fährt auf Steinen, Gras oder sonstigem Untergrund.

Ganz intensiv gebaut wird an den Verbindungen im Norden.

  • Maumere und Mbay ist noch nicht alles asphaltiert,
  • Ende-Nordküste-Maumere ist alt, löchrig und schmal aber ok,
  • Mbay – Riung ist fertig,
  • Riung-Bajawa alt asphaltiert und löchrig aber ok
  • Riung-Reo teilweise in Arbeit aber größtenteils sehr schlecht,
  • Mbay-Bajawa in Arbeit, teils gut, teils alt und löchrig

Ich empfand das Fahren nicht als anstrengend oder gefährlich, profitierte aber sehr von meinen vielen Kilometern Offroaderfahrung. Es fordert gute Konzentration und defensives Fahren weil immer irgendwas auf der Straße sein kann. Auch die tollste Asphaltstrecke kann hinter einer Kuppe ein tiefes Loch haben, Hunde, Ziegen, Kinder, Rollerfahrer, Wasserbüffel tauchen plötzlich auf und eigentlich gibt es hier quasi nur Kurven. In denen liegen gerne Sand oder Steine.

Ich bin konsequent in Jeans, Mopedjacke und eigenem Helm gefahren. Möchte mir keinen Unfall auf diesem Asphalt in Shorts und T-Shirt vorstellen. Klar ist es mal heiß, aber wenn es dem Leben dient? Ich hatte einen Ausrutscher bergab auf nassem Lehm im Schritttempo, schon da waren Helm und Jeans wichtig.

Unterwegs sein kann man in Flores mit öffentlichen Bussen/Trucks/Bemos, mit gemieteten Autos inkl. Fahrer oder eigenständig mit dem Roller. Meinen 125er Honda Vario habe ich in Labuanbajo für IDR 60000,- bei mind. 14 Tagen Miete im Peramabüro geliehen. Ein fairer Laden, fixe Preise, keine Passhinterlegung. Nachdem ich ein paar Tage verkürzt habe bekam ich komplett mein Restgeld zurück. Kleiner als 125 ccm würde ich nicht nehmen, es sind schon einige Steigungen zu bewältigen.

Vario heißt Automatik-Schaltung. Das geht gut, war mit ganz neu, bergab hat man allerdings keine Motorbremse und sollte mit zwei Bremshebeln auch auf Sand zärtlich umgehen können.

Tankstellen gibt es in der Nähe der Ortschaften, Benzin heißt nicht Petrol sondern Bensin und kostet an der großen Tanke €0,50 und aus Flaschen am Straßenrand €0,70. Schlechten Sprit habe ich nur in Lombok und Bali bekommen, in Flores schien er immer in Ordnung. An den Tankstellen schaut man einfach, wo die Rollerschlange steht. Es kann schon mal 30 min dauern bis man dran ist.

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Die Touristenziele und angepriesenen Sehenswürdigkeiten in Flores empfand ich alle als nett, aber nicht so besonders toll. Die bunten Seen des Kelimutu und die heißen Quellen habe ich am meisten genossen. Das Besondere hier sind die Menschen, die einen einfach immer anlächeln, immer gerne weiterhelfen, einfach vorfahren und wahnsinnig herzlich sind. In vier Familien wurde ich innerhalb der zwei Wochen eingeladen, zu übernachten. Kaffeeeinladungen gab es täglich. Und der ist echt lecker! Nie wollte jemand Geld von mir dafür. Ich hatte immer eine Tüte Kopicko-Kaffeebonbons dabei, darüber haben sich alle gefreut, die werden gerne gemocht.

Sobald mich auf dem Roller jemand als Ausländerin erkannt hat wurden die Hände zum Winken hoch geworfen, Mister-Mister, Misses oder Hallo gerufen und falls möglich, abgeklatscht. Vorsicht in den Dörfern! Die Kinder springen vor Begeisterung vors Moped. Man kann jederzeit halten und wird freundlich begrüßt sobald man lächelt. Das eigene Lächeln und Zunicken ist allerdings sehr wichtig: schließlich ist man der seltsame Gast, die Fremde. Genickt wird übrigens von unten nach oben, das musste ich tatsächlich einüben.

Klar müssen die Guides Geld verdienen und bieten ihre Dienste an und in den Homestay sind Preise kaum unter €10,- zu bekommen. Aber es ist immer ein fairer humorvoller Handel möglich und Infos werden gerne gegeben.

Die katholische Religion wird entspannt gesehen, das Zusammenleben mit Moslems wurde mehrmals als „Wir haben den gleichen Gott, wir sind alle Menschen.“ beschrieben. Die Mädchen und Frauen sind wunderbar selbstbewusst und für mich gab es nie Grund, mich unter Männern unwohl zu fühlen. Von Pubertierenden oder versammelten Jungmännern kommen schon mal schräge Sprüche, aber das ist wohl auf der ganzen Welt so.

Beeindruckt war ich sehr von den Älteren. Extrem freundlich und neugierig waren die Frauen. Wenn es Abend wurde hatten sie die besten Witze drauf und rissen mit ihrer Ausgelassenheit alle mit. Abends im Familienkreis stand neben den Kindern das ältestes Paar im Mittelpunkt: der Großvater mit einer Ansprache und die Großmutter mit ihrer Heiterkeit und Fürsorge. Meistens lebten alle Generationen zusammen. Dazu dann Hunde, Katzen, Läuse, Geckos und draußen die Schweine und Hühner. Langweilig war es nie.

Wichtig war mir, wenn ich eine Einladung zugesagt habe, sie auch einzuhalten. Nicht ganz einfach weil täglich Unvorhergesehene passiert. Allen Familien war wichtig, dass ich auf dem Rückweg nach Labuanbajo nochmal vorbei komme und erzähle wo ich war. Niemand der Familien war je in Flores so lange unterwegs. Als ich dann wirklich kam sah ich, wie wichtig ihnen das war. Alle verfügbaren Familienmitglieder wurden zusammengetrommelt und natürlich gab es immer eine Fotosession. Und ich soll die Bilder unbedingt hochladen und allen zu Hause zeigen!

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Touristen gibt es auch auf Flores. Die meisten von ihnen sind Taucher und Komodobesucher und bleiben in Labuanbajo. Unterwegs habe ich v.a. Reisende getroffen. Älteren und Jüngere, wenige Partypeople, interessiert an Tipps und Kontakten. Im Gegensatz zu Bali war es hier normal, miteinander zu sprechen, sich zu grüßen und sich auszutauschen. Da der Internetzugang überall schwierig war hatte jeder abends mehr Zeit. Rollerfahrende Touris habe ich wenige gesehen, aber es gab sie. Privatfahrer oder Busse wurden mehr genutzt.

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