Bajawa ist ein kleiner Ort im südlichen Flores. Hier kann man gut Station machen, um große (Inerie) und kleine (viele) Vulkane zu besteigen, traditionelle (Museums)Dörfer zu besuchen und in heißen Quellen zu liegen.
Ich wohnte im gemütlichen Homestay von Marcelinos, einem Guide, Fahrer, Reaggaetyp und Ehemann. Es liegt 50 m abseits der Hauptstraße, an der der Bus hält. Ich glaube, jeder kennt ihn in diesem Ort.
Am ersten Tag habe ich mit meinem französischen Reisebuddy eine kleine Vulkantour gemacht und mehrere traditionelle Dörfer besucht.
Morgens fuhren wir in die Region nördlich von Bajawa und wanderten auf und um mehrere kleine Vulkane. Wir fanden auch den jüngst ausgebrochenen Vulkan mit seinen zwei kleinen Seen. Nun waren sie ausgetrocknet.

Die Wege waren alle leicht, allerdings nicht markiert. Man muss sich schon merken, wo der Roller steht. Besonders schön konnten wir den Inerie sehen. Aber der ist nix für meine Knie.

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Für die Dörferrundfahrt gab es eine gute Karte bei Marselino. Wir haben mit den bekannten begonnen wie Bena, Belaraghi und Wogo. Diese Dörfer sind eher Museen als bewohnte Orte. Ein paar Alte, ein paar Kinder taten so als wären grad alle auf dem Markt. Museum gucken ist ok, veräppelt werden mag ich nicht. Als erstes ging es grundsätzlich zum „Gästebuch“, in das man auch die Höhe seiner Spende eintragen musste.

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Wir bogen einfach an der nächsten Ecke ab und fuhren einen Weg, der uns auf einen Berg führte. Unterwegs trafen wir jede Menge Schulkinder, schauten einen Friedhof an und landeten auf dem Marktplatz eines echten Ngara-Dorf. Hier wurde gerade gemeinsam ein neues Haus gebaut. Das heilige Innere bleibt bestehen, drumherum wird das Holz durch einen soliden Steinbau ersetzt. Alle waren sehr erstaunt, uns zu sehen, dabei extrem freundlich. Wir wurden ausgefragt, fragten zurück, bekamen stolz einheimischen Kopi zu trinken und sollten dringend Bilder machen. Diese Stunde war tausendmal besser als die drei Dörfer zuvor. Hier gab es auch noch die alten bambusgedeckten Häuser, auch eins für die Götter, aber auch schon Blechdächer und Steinhäuser, außerdem ein alten und einen ganz alten Friedhof.
Fröhlich und mit vielen Wegerklärungen wurden wir verabschiedet, über sandige und stoppelige Piste fanden wir zurück auf eine Asphaltstraße.

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Am Fuße des Vulkans Inerie entlang rollerten wir durch weitere Dörfer zurück nach Bajawa, schauten am Straßenrand bei einer Weberin vorbei und genossen die schönen Ausblicke auf die Vulkane.

Nach einer gemütlichen Teepause wollten wir, jetzt zu dritt, einen Wasserfall besuchen. Die Wegbeschreibung war vage aber wir fanden ihn, rollerten sogar direkt bis hin. Danach wollten wir ins nächste Dorf fahren. Marsellino hatte gesagt, die Straße ist zu schlecht, er würde die nicht fahren. Er hatte Recht, wir sind sie trotzdem gefahren. Immer wieder hielten wir weil Leute am Wegrand riefen, winkten, sich unterhalten wollten. 

Der Höhepunkt war ein Dorf, in dem etwa 30 Erwachsene einen Tanz einübten. Wir hielten und waren sofort von den Kindern umringt. Die Frauen zeigten uns ihre Mischung, die sie kauen, die Kinder machten ihre Späßchen mit uns und die Männer erklärten uns die kommende Zeremonie und den Tanz. Das ist Flores.
Nach gut einer Stunde mussten wir los, es regnete und wurde bald dunkel.

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