In Ruteng startete ich nach einem richtigen indonesischen Frühstück mit Reis, mir fremdem Gemüse und gekochten Bananen und natürlich regionalem starkem Kopi (Kaffee) zusammen mit meinem neuen französischen Reisepartner mit zwei Scootern Richtung Süden. Wir wollten zu dem traditionellen Dorf Wae Rebo. Dazu fährt man auf dschungeligen schmalen schlechten Straßen von Ruteng südlich bis zur Küste, dann westlich durch Bananenplantagen mit frechen Affen und muss mehrmals Einheimische nach dem Weg fragen, um die richtigen Abbiegungen zu erwischen. Weder OSM noch gmaps kennt die Wege und Dörfer hier. Nach etwa 2,5 Stunden waren wir am Abzweig von der Küstenstraße, an dem dann sogar Waea Rebo ausgeschildert war. Im Dorf angekommen wollte uns ein geschäftstüchtigen Guide einreden, wir müssten mit ihm gehen und IDR 500 000,- zahlen. Zum Glück trafen wir aber noch Mr. Blasius an seinem Guesthouse, der Localguides für 200 000,- vermittelt. Es geht aber auch ohne. Im Dorf zahlt man dann noch 325 000,- für Unterkunft im Rundhaus mit 25 Schlafplätzen, Dinner und Frühstück und eine „Begrüßungszeremonie“ beim Dorfchef.

9 km wanderten wir nun bergauf. Der Weg ist gut zu sehen, parallel wird gerade eine neue Straße gebaut. Auch auf der könnte man laufen. Ab und zu gibt es nette Ausblicke, meistens waren wir aber auf einem schmalen Pfad durch den Wald und durch Kaffee- und Bananenbäume unterwegs. Rundherum zwitscherte es, kleine Echsen huschten davon, Blasius hatte uns vor Kobras und grünen Schlangen gewarnt. Für mich war der Weg mühsam, Alex ist ein durchtrainierter Wanderer, er hatte Spaß.

Im Dorf angekommen baten wir beim Dorfchef um die Erlaubnis, bleiben zu dürfen, bekamen einen Kaffee und schlenderten dann den Rest des Nachmittags durch das Dorf und die Umgebung. Zunächst mal müsste ihr euch mit diesen Bildern begnügen.

Infos zu ganz Flores gibt es auf dieser Seite. Manchmal sind sie allerdings sehr euphorisch.

Abends gab es indonesisches Essen mit Reis, Gemüse und Bananen. Danach baten wir, in eines der Häuser gehen zu dürfen, in denen die Familien leben. In jedem Rundhaus wohnen 6-8 Familien. Der innere Kochbereich wird gemeinsam genutzt, außen herum haben alle ihre Schlafmatten getrennt nach Familien. Wir sahen v.a. Alte und kleine Kinder. Schulkinder leben unten im Dorf mit ihren Eltern. Da so wenige Menschen hier zu sehen waren habe ich das Gefühl, dass es inzwischen eher ein teilweise bewohntes Museumsdorf ist. Interessant zu sehen ist es trotzdem. Wir konnten IKAT-Weberinnen besuchen, der Kaffeeernte und -trocknung zuschauen, beim Kaffeestampfen helfen, Bananen backen, mit den Kindern spielen, unbekanntes Gemüse und Früchte probieren, Zimtstangen sortieren. Abends saßen wir in warmen Fleecejacken lange draußen und bewunderten die unglaublich vielen Sterne und die deutlich sichtbare Milchstraße. Geschlafen wird auf Palmmatten und es gibt zum Glück genug warme Decken. Wie überall hier in Indonesien krähen die Hähne die Nacht durch, rumort immer irgendein Tier neben dem Bett und ab 5.00 sind die ersten Frauen mit Besen und Wasser unterwegs. Der morgendliche Kaffee war wieder gut, Spiegelei, Reis und Chips lecker. So stapften wir die 9 km wieder hinunter in die Wärme. Und das immer schön langsam und vorsichtig, damit meinen Hüften hier ja nichts passiert. Telefon oder Funk gibt’s hier nicht und selbst wenn müsste man sich erstmal selbst helfen. Zurück bei Mr. Blasius ruhten wir uns eine Weile aus, unsere Roller hatten wir hier an seinem Homestay parken können, Wasser und ein warmes Gericht kann man bekommen.

Und dann ging es auf den langen Weg zurück. Zum Glück funktioniert mein humanes Navigationssystem auch hier gut, wir fanden alle Abzweigungen. Auf den letzten Kilometern mussten wir wieder über den dschungeligen Pass, der nun im nassen Nebel lag. Eine angenehme Erfrischung nach dem Tag.

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In Ruteng regnete es täglich abends ein bisschen. Nicht lange, aber zusammen mit der Kühle brauchte man abends schon eine Jacke. Wir gönnten uns ein Bintang, probierten, ob uns Hund schmeckt (nö, nicht lecker, wird hier aber regelmäßig gegessen), und verschwanden dann nach kurzer Planung in unseren Zimmern.

Für diesen Abend hatte ich im katholischen Convent ein Zimmer reserviert: günstig, sauber und mit heißer Dusche! Früh lag ich im Bett, 21.00 Uhr wird das Tor geschlossen. Die Adresse der sehr empfehlenswerten Unterkunft für Frühschläfer und -aufsteher: Susteran St. Maria Berdukacita is on Jalan Ahmad Yani No. 45, Ruteng, Telephone 0385 22834. Telefonisch reservieren ist wichtig, Mail und Website gibt es keine.

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