Heute bin ich so ganz real angekommen in Padang Bai. Zurück also auf Bali.

Nach den anstrengenden Tagen auf Lombok und den überwältigenden Schnorcheltouren auf Gili Air wird sich am Samstag der Kreis schließen und ich werde wieder in Ubud ankommen. 

Inzwischen bin ich auch im Reiserhythmus angekommen. Es hat eine ganze Weile gedauert. Nach Ladakh war ich allein unterwegs und der Sprung von „Was mach ich eigentlich hier, was soll ich denn in Asien und warum bin ich nicht beim Schatz?“ zu „Jetzt bin ich unterwegs und will wissen, was hinter der nächsten Kurve kommt und wen ich heute noch so treffe.“ brauchte seine Zeit. Nur gut, dass ich mit dem Moped unterwegs sein kann und nicht auf Taxis und Busse angewiesen bin.

Manche Orte in Bali, besonders aber in Lombok, haben es mir nicht leicht gemacht. Genauso viele dagegen luden geradezu ein, zu bleiben. Kategorien zu finden ist sehr schwer. Zwei Dinge bleiben hängen: Die Offenherzigkeit der Menschen in den Bergdörfern auf beiden Inseln ist auffällig. Zurückhaltend zu Beginn, aber dann sehr herzlich. Vielleicht liegt es daran, dass in den tieferen Lagen, an den Stränden, auch mehr Touristen unterwegs sind?

Der zweite Punkt ist die Religion. In Lombok herrscht absolut der Islam vor. Zwar gemäßigt und offener als im arabischen Raum, im Osten der Insel aber schon sehr deutlich zu spüren. Für mich als alleinreisende Frau wirklich manchmal schwierig. Ich fühle mich in so einer Männerwelt einfach nicht wohl. Ganz anders habe ich den Hinduismus in Bali erlebt. Auch hier offener und ohne das rigorose indische Kastensystem sieht man Männer und Frauen gleich häufig. Ob Mann oder Frau, jeder hilft weiter und hier wird ein Lächeln quasi immer erwidert, ich kann jeden fragen wenn ich bei einer Zeremonie zuschaue und hier fühle ich mich auch in großen Menschenansammlungen wohl. Der Unterschied war schon sehr deutlich zu spüren, als ich heute durch Padangbai spazierte. Hier ist dabei der Anteil moslemischer Menschen durch die Nähe zu Lombok sehr hoch.

Und ich mag einfach diese entspannte selbstverständliche Art, mit den Göttern des Hinduismus umzugehen und die vielen kleinen Tempel. In der Hindu-Dharma-Religion mischen sich Anteile des Hinduismus, Buddhismus, Naturreligionen und Ahnenverehrung wie es die Balinesen für sich entwickelt haben. Sehr sympathisch, finde ich.

Alles sehr subjektiv, ganz klar. Bin gespannt, wie der Wechsel ins katholische Flores wird. Jetzt aber erst noch 3 Tage auf Bali. Dann muss ich von der gelb geschmückten Insel verabschieden.

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