Ich wollte mit dem Roller möglichst weit an die Grenze des Nationalparks fahren. Am Ende kam ich sogar ein Stück hinein. Mein erstes Ziel war allerdings ein Shiva-Tempel. Scheinbar sollte er nur über einen großen Umweg erreichbar sein. Ich probierte es direkt und landete auf schmalen Sandwegen. Aber es gab immer noch Scooterspuren, also fuhr ich weiter. An und zu kam mal ein Haus, rechts und links lagen Kaffee- und Bananenplantagen, der Wegebelag wechselte von Sand zu Schotter, zu Plattenweg und wieder zurück. Wenn jemand zu sehen war grinste er breit, zweimal kamen Jungs mit Mopeds vorbei. Alle winkten. Dann kam die Stelle, an der laut Karte der Weg endete. Doch da war eine Brücke und auf Asphalt ging es weiter. Bis zum Shiva-Tempel war es dann wieder mehr Schotter, aber fahrbar.

Dieser Tempel war der schönste, den ich hier bisher gesehen habe. Lange blieb ich hier, genoss die absolute Stille und die Aussicht vom Berg hinab.

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Bei der Abfahrt roch es plötzlich ganz lecker. An der Kaffeefarm hielt ich an. Die Männer kochten mir einen Kaffee, zeigten mir den Röstvorgang und wir fachsimpelten über die Mopedjahrgänge, die auf dem Hof standen. Lustige Truppe!

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In Pupuan suchte ich erstmal nach Sprit und fand ihn auch: bewährt in Wodkaflaschen. Dann ging es Richtung Nationalpark. Straßen gab es keine mehr, nur noch Platten- und Sandwege. Ich war heilfroh, die OSM-Karten zu haben. Das Geschlängel war nicht nachvollziehbar und nicht immer war der breiteste Weg der richtige. Weiter blieben Kaffeesträucher und Bananenbäume dominierend, aber oft war auch alles verschlungen und vor Allem steil. Als ich einige Male nicht sicher war, richtig abgebogen zu sein und mir Sorgen über den Zustand der weiteren Strecke machte freute ich mich über diesen Anblick. Da führte tatsächlich eine neu asphaltierte Straße weiter. Eine laaaange schwarze Schlange hat es nicht über die Straße geschafft, aber ich wars nicht.

Kurz darauf klang durch ein Dorf lautstarke Gamelan-Musik. Ich hielt und wurde gleich freundlich begrüßt. Der Hobby-Fotograf der Hochzeit sprach englisch und kümmerte sich rührend. Woher, wohin und ob ich nicht reinkommen wolle, es würde gleich geheiratet. Klar wollte ich, packte meinen Sarong aus und platzte in die Runde fröhlich essender Frauen. Gleich bekam ich einen Tee und einen Teller in die Hand und die Erlaubnis, alles zu fotografieren. Dieser neugierige junge Mann fand Gefallen an meiner Kamera. Wir schauten alle gespeicherten Bilder der letzten Tage an und unterhielten uns blendend. Danach zeigte ich ihm, wie es funktioniert und schon war er mit der Kamera unterwegs und hielt viele Momente fest.

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Die Zeremonie dauerte lange und beinhaltete eine Menge kleiner Tätigkeiten des Paares, der Eltern und des Priesters. Begleitend spielte permanent das Duo auf dem Bambusxylophon. Am späten Nachmittag verabschiedete ich mich, als das Wichtigste vorbei war und die Familie den Umbau zur abendlichen Party begann. Bis dahin war aber noch zwei Stunden Zeit. Um zu bleiben oder abends zurück zu kommen war es leider zu weit. Mehr als 40 km wollte ich hier nicht im Dunklen fahren.

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