Nach dem anstrengenden Tag mit 260 Kilometern hatten wir nun einen Tag motorradfrei.

Mit einem Mitfahrer konnte ich das tibetanische SOS-Kinderdorf besuchen. Das Tibetan Children Village ist ziemlich groß. Es gibt eine Schule, einen Kindergarten ab 3 Jahre, eine weiterführende Schule, mehrere Familiengruppen und ein Wohnheim für die Älteren. Die Lehrer und Ausbilder sind alle Tibeter, es werden ergänzend mehrere Sprachen von Muttersprachlern unterrichtet.

Wir wurden sehr herzlich empfangen, konnten in mehrere Gruppen reinschauen und wurden natürlich die Mitbringsel los.

Im Kindergarten wurde weitgehend nach dem Montessorikonzept  unterrichtet. Alle Materialien waren vorhanden, die Kinder arbeiteten selbständig auf den Teppichen am Boden. Die Ruhe war beeindruckend. In der Schulklasse arbeiteten 13jährige in Gruppen. Da ging es extrem lebhaft zu, die Augen der Mädchen sprühten vor Energie.

Nach diesem Besuch fuhren wir weiter zum alten Königspalast Stock. Eine kleine Ausstellung zeigte Lebensart und Räume. Diverse Stupas und Tschörten schauten wir uns zwischendurch an. Ganz wichtig: Stupas immer mit dem Uhrzeiger umrunden, nie rechts vorbei gehen oder fahren. Im Inneren befinden sich meist große oder kleine Gebetstrommeln, die gedreht werden sollen. Auf ihnen sind Gebete eingeprägt. Sie schlagen dann eine kleine Glocke an und schicken damit die Gebete in den Wind.

Wichtig sind auch die Manisteine. Auf langen Mauern werden die gravierten Steine gestapelt und man kann die Gebete lesen.

Das Kloster Tikse bietet den Besuchern viele Tempel. Dazu muss man viele Treppen hinaufsteigen und hat dann einen tollen Blick über das Leh-Tal. Um an der Puja morgens 6.00 teil zu nehmen waren wir zu müde.

Leh selbst ist nett aber absolut touristisch. Wir waren zum Essen in der Stadt, mehr habe ich noch gar nicht gesehen. Leider saßen wir dabei im kalten Wind und ich habe mich trotz Fleecejacke erkältet.

Spannend war es im Hotel. Es hieß La Buddha und lag halbwegs in Zentrumsnähe. Der Hotelboy war hauptsächlich damit beschäftigt, unter dem langen Buffettisch zu schlafen. Da er dabei schnarchte war das für alle unterhaltsam.

An meiner Toilette lief permanent das Wasser. Abends 23.00 kam jemand, um das zu checken. Guckte, hmte und ging wieder. 24.00 kam jemand, den ich nicht erkannt habe, um mir die tollen Sterne zu zeigen. Er klang als wäre er sehr gut drauf und ließ kaum locker. Ich hab die Sterne dann lieber aus dem Fenster angeschaut. Es war wirklich ein toller Himmel, den der arme nun allein gucken musste…

Sehr nervig ist es, wenn man Geld holen möchte. Bargeld tauschen wäre wesentlich einfacher. Leider wusste ich das nicht. Inzwischen habe ich 6 ATM abgeklappert und außer 1000 Rupien nichts bekommen. Das sind gerade mal €14,-, reicht also nicht lange. Entweder haben die ATM kein Geld, nehmen meine Karte nicht oder brechen einfach so ab. Immer wieder. Immer gibt es einen hilfreichen Ladakhi, der sich bemüht, mich durch den Bedienungsdschungel zu führen. Derjenige ist dann selbst sehr verzweifelt und möchte mich am liebsten zum nächsten Automaten begleiten. morgen versuche ich dann einfach nochmal mein Glück …

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