Letzte Nacht kamen die Bikes am Hotel an, das Begleitteam hat sie abgeladen und heute morgen standen alle startklar vor der Tür. 7 schnuffige Enfield Bullet 500. Unsere mit schickem Tank, ein Teilnehmer hat seine eigene hier in Indien stehen.

Bei brütender Schwüle sind wir in Chandigarh losgefahren. Ich glaube, alle haben sich ziemlich schnell ans Moped gewöhnt. Der Stadtverkehr hat gleich mal alle Aufmerksamkeit gefordert. Linksverkehr, Kreisel, rechts überholen. Und gaaaanz wichtig: das Hupen nicht vergessen!

Mein Moped hat eine super laute Hupe, besser als viele Autos. OK, dafür fehlen den Reifen das Profil und sie zieht immer nach links. Der höchste Gang springt auch immer raus … Aber he! Die Hupe ist Klasse! Und nur das zählt!

Ach ja: Ich fahre gerade im Himalaya Moped. Muss mir mal kurz die Augen reiben, wenn ich hier in Shimla so aus dem Fenster guck. Weiß schon, die richtigen Berge kommen noch. Aber he: Himalaya!

Nachdem wir aus dem Stadtverkehr raus waren konnten wir kurz entspannen. Dann ging es gleich richtig los: jede Menge Kurven und ein Verkehr wie mitten in Palermo. Aus der zweispurigen Bergstraße wurde schon mal eine vierspurige, wer bremst wird überholt, wer überholt muss hupen, die LKW gewinnen immer. Die Regeln sind einfach. Vor allem: keine Lücke ist so klein, das nicht ne Enfield passt noch rein!

Keiner von uns hat es über sich gebracht, Mopedhosen zu tragen: Jeans und Mopedjacke, offener Helm, Wasser in Reichweite. Die Dieselabgase rauben einem die Luft, also besser gleich vorbei. Kurve um Kurve schraubten wir uns rauf, ab und zu konnten wir uns aber auch einen Blick auf die waldigen Berge leisten. Und natürlich kamen wir durch indische Dörfer: bunt, voller Verkehr und Menschen, Hunde, Kühe, Ziegen, ab und zu Affen.

Zweimal hat der Regen versucht, den Boden zu erreichen, ist aber kläglich gescheitert. Gibt es Luftfeuchtigkeit über 100 %?

Nach 126 km kamen wir in Shimla an, schlängelten uns durch den stinkenden Stadtverkehr und sind nun im recht schicken HHH – unser Hotel mit Affen auf dem Dach und lustigen krähenartigen Vögeln im Hof.
Kaum aus der Dusche raus ging ein heftiger Gewitterregen runter. Glück gehabt!

Unser abendlicher Spaziergang durch Shimla überraschte mich. Jede Menge indische Touristen, entsprechende Shops mit sämtlichen westlichen Dingen und Marken. Dazwischen kleine indische Stoffläden, Saris, Kleinkram, Obst, Süßigkeiten, … Von oben hatten wir tolle Sonnenuntergangsblicke über die Berge.

In die Berge geht es morgen weiter. Vorneweg fährt immer unser Guide Abdul. Sehr gleichmäßig und ruhig im indischen Fahrstil. Man kann ihm gut hinterher fahren, nur sein Moped ist echt laut. Abdul erzählt immer wieder zur Kultur, dem Essen, den Mopeds. Ein angenehmer und zuverlässiger Guide.

Ja, das Essen. Ist ja mein Zickenthema … Bisher hab ich alles gut vertragen. Jetzt hätte ich gern mal ein bisschen Obst und hab kleine superaromatische Bananen auf dem Markt gekauft.
Abdul kümmert sich immer um die Bestellung in den Restaurants und Straßenimbissen. Bisher gab es immer einen Tisch voll mit Gemüse in Soße, mal Fleisch, immer Dal. Und dazu Reis oder Chapati. Alles lecker und auch nie zu scharf. Dazu immer Gewürztee, Cola oder Limca.
Zum Frühstück hatten wir Eieromelett auf Toast, Marmelade, schwarzen Tee. Mnjam!

Und wenn der Regen bald mal nachlässt gehen wir durch die Stadt und haben sicher noch ein gutes Abendessen. Schlafen werde ich hier sich gut. Wir sind auf 2200 m und der Regen hat alles abgekühlt.

Advertisements