März 2015

Immer wieder lese ich in Reiseblogs die Gründe, weshalb andere auf Reisen gehen. Ganz oft geht es darum, Veränderungen anzustreben, aus dem bisherigen, nicht zufriedenstellenden Leben auszubrechen, Lebensabschnitte abzubrechen oder zu sich zu finden.

Wenn ich das alles mit meiner Reisemotivation vergleiche ähnelt da wenig. Ich fühle mich zu Hause sehr zufrieden, trenne mich nur ungern von meinem Mann, mag meinen Job, auch wenn er phasenweise nervig oder anstrengend ist.

Warum will ich dann also ein halbes Jahr unterwegs sein? Ich freue mich darauf, einen Winter in der Wärme zu verbringen. Ich bin neugierig auf andere Landschaften. Ich bin gespannt, wie ich die asiatische Kulturen erleben werde. Ich bin neugierig darauf, wie ich das lange Alleinreisen empfinden werde.

Die Reisemotivation hat sich seit dem Beginn der Ansparzeit sehr verändert. Mein erster Plan, mit dem Moped nach Osten aufzubrechen und zu schauen, wo ich lande ist gewichen einem recht durchgeplanten Verlauf mit Flügen und begrenzter Aufenthaltsdauer. Den größten Anteil an der Wandlung hatte meine gesundheitliche Entwicklung. Dazu kam der Absprung eines Reisepartners und die Schwierigkeit, als Frau allein durch die islamischen Länder im Osten zu reisen. Die zunehmende Lebenserfahrung und entspanntere Haltung dem Leben gegenüber führte sicher auch zu weniger Abenteuerbedarf.

Insgesamt möchte ich wohl eher mein bisheriges Leben ergänzen, erweitern, weiterführen an einem anderen Ort. Die Reise wird  mich heftig aus meiner Komfortzone holen. Ich hoffe, es geht nicht oder nur ganz selten in die Panikzone. Viele Dinge werden fremd sein. Ich werde es hassen, nach Termin zu fliegen, Übernachtungen organisieren zu müssen, mich nicht genug treiben lassen zu können.

Um das abzufedern werde ich nicht jeden Tag weiterziehen, wie ich es mit dem Zelt in Europa machen würde. Lieber an einem Ort bleiben und von dort mit dem Moped rumfahren, tageweise treiben lassen, Gegenden und Menschen intensiv statt im Durchlauf kennen zu lernen.

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